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    <title>Logbuch</title>
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      <title>Der Kreis schließt sich...</title>
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      <pubDate>Tue, 22 Sep 2009 16:47:41 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/9/22_Der_Kreis_schlie%C3%9Ft_sich..._files/Bild%202.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object000_3.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nachdem sich das stürmische Wetter etwas beruhigt hatte, segelten wir an die dänische Westküste, um im Schutz der Küste mit den vorherrschenden Westwinden weiter Richtung Süden zu kommen. Die sand- und dünenreiche Landschaft Dänemarks hat irgendwie was beruhigendes und bis kurz vor Grenaa blieben wir in der Landabdeckung auch weitgehend von den steilen Ostseewellen verschont. Somit konnte auch Susi sich von den stürmischeren Überfahrten der vorherigen Tage erholen. Kurz vor Grenaa mußten wir uns allerdings noch ein paar Seemeilen gegen 2 Knoten Strömung und Gegenwind in den Hafen kämpfen. Dort bekamen wir gleich von zwei deutschen Seglern Hilfe beim Anlegen. Das war auch gut so, denn starke Windböen machen das Anlegen in den Boxen mit Heckpfählen nicht ganz einfach und man wird schnell verdrückt (die praktischen Heckbojen aus Schweden gibt es hier in Dänemark leider nicht mehr). Kurze Zeit später lagen wir sicher zwischen unseren beiden hilfsbereiten Bootsnachbarn: links neben uns lag eine kuriose Selbstbau-Alu-Dschunke (mit chinesisch-fächerförmigen Segeln), die wir uns auch mal von innen anschauen durften, mit dementsprechend kurioser Besatzung, die meinten, sie hätten auch chinesische Reishüte dabei und würden unliebsamen Besuch mit Chop-Suey Dosen bewerfen :-) Rechts neben uns lagen Wolfgang und Margret von der SY Marewolf, mit denen wir einen netten Abend bei leckerem Wein aus deren Heimatort in Hessen verbrachten. Gemeinsam warteten wir auf ruhigeres Wetter, um weiter in Richtung deutsche Ostseeküste zu kommen. Nach einem Abstecher in die mittelalterliche Stadt Ebeltoft, trafen wir die Marewolf später wieder auf Samsö, einer traumhaften dänischen Insel, auf der wir mindestens zwei Tage bleiben wollten, weil sie so viel zu bieten hatte: kilometerlange Dünen-Strände, Reetdach-Siedlungen, alte Wickinger-Häfen mit archäologischen Funden, gut ausgebautes Radwege-Netz, schnuckelige Orte, Gemüseäcker u.v.m. In den Sommermonaten ist der Hafen in Ballen /Samsö regelmäßig geradezu verstopft von Segelbooten. Das können wir uns zwar kaum vorstellen, aber dafür durchaus verstehen. Denn es ist einfach super schön hier. Auf Samsö treffen wir das erste mal jemanden, der die Tipsy von früher kennt und gleich kommen wir mit  Skipper Karlheinz von der SY Pinjø aus Stuttgart ins Gespräch. Fast alle haben nun das selbe Ziel: den Hafen Burgtiefe auf Fehmarn (dort gibt es nämlich riesige Winterlager zu günstigen Preisen) und so trifft man sich von nun an immer wieder. Der Abschied von Samsö fällt schwer, aber so langsam müssen wir ja leider auch zurück. Die letzten 2-3 Wochen haben wir immer wieder Tage, an denen wir es kaum glauben können oder wollen, daß das halbe Jahr Auszeit schon bald zu Ende ist. Genau so hat es zu Beginn der Reise einige Wochen gedauert, bis wir glauben konnten, daß wir nun wirklich frei haben. Man durchläuft interessante  Phasen auf so einer langen Reise.... &lt;br/&gt;Im nächsten Hafen, Kerteminde auf Fünen, liegen wir, wie immer windbedingt, 3 Tage. Die nutzen wir mal, um mit dem Bus über´s Land in die nächste größere Stadt nach Nyborg an der großen Beltbrücke zu fahren. Diese riesige Brücke verbindet die Insel Fünen mit dem dänischen Festland. Auf unserem Weg zum nächsten Zielhafen Bagenkop kommen wir zum ersten mal auf dieser Reise in Gefilde, die wir schon kennen. Genau vor einem Jahr, kurz nachdem wir Bootseigner geworden sind, haben wir mit dem Charterboot „Seepferdchen“ einen Teil der sog. dänischen Südsee befahren und Bagenkop lag auf unserer damaligen Route. Auch wenn viele Segler über diesen Hafen schimpfen, weil dort nicht das übliche Hafen-Halligalli zu finden ist, sind wir immer ganz gerne dort, weil es dort eine wunderschöne Steilküste gibt und interessante Wildpferde. Die haben uns diesmal allerdings zu einer „Geschichte vom Pferd“ verholfen: Durch das riesige Wildpferde-Gehege ziehen einige gekennzeichnete Wanderwege, an deren Eingängen Hinweisschilder stehen, daß man die Pferde z.B. nicht füttern soll etc. Gut, kein Problem, wir hielten uns an die Regeln und durchquerten das Gehege, bis wir in ca. 200m Abstand an einer größeren Herde vorbei mussten. Plötzlich hebt eine Stute den Kopf, wiehert und läuft plötzlich im Galopp direkt auf uns zu! Wir drehen erschrocken wieder um und gehen in die entgegensetzte Richtung, weil wir denken, die Stute fühlt sich bedroht. Kurz vor uns dreht sie endlich ab, galoppiert kurze Zeit neben uns her und stellt sich dann quer zu uns mitten in den Weg. Unser Herz rast, wir drehen um und gehen vorsichtig wieder den zuerst gewählten Weg zurück. Diesmal scheint es der Stute zu passen und jetzt setzt sich die ganze Herde in ihre Richtung in Bewegung. Oh man, das war aufregend. Wer hätte gedacht, daß harmlos scheinende Wildpferde so bedrohlich werden können... Am nächsten Tag starten wir unseren letzten Schlag zurück nach Deutschland: 35 sm bei sonnigem Wetter, unter der Fehmarnsund-Brücke durch nach Burgtiefe. Es herrscht aber, zum Bedauern des Skippers, weitgehend Flaute und wir ziehen lediglich für eine Stunde unser Vorsegel raus, um am letzten Seetag unserer Reise wenigstens noch ein wenig zu segeln und für kurze Zeit vom Motorenbrummen befreit zu sein. Aber bald haben wir doch nur noch 2-3 Knoten Fahrt, so daß wir schließlich doch in unseren Heimathafen motoren müssen. Hier schließt sich der Kreis unserer Ostee-Runde nach 161 Tagen und 2800 sm (≈ 5200 km). Vor dem Einlaufen in den Hafen setzen wir noch alle Gastlandflaggen der Länder, die wir auf unserer Reise besucht hatten und müssen dabei den einen oder anderen Kloß im Hals runterschlucken. Wir sind überaus zufrieden und dankbar, daß wir die Möglichkeit hatten, diese einzigartige Reise zu machen. Vor unserer Fahrt haben wir hin und wieder gehört „warum denn ausgerechnet die Ostsee?“, aber für uns war es genau das Richtige: eine perfekte Mischung aus Erholung, Natur, andere Kulturen, Abenteuer und Herausforderung, gepaart mit einem für uns angenehmen Klima und faszinierendem Licht in den Sommermonaten. Manchmal waren wir selbst überrascht, wie viel die Ostsee und ihre angrenzenden Länder zu bieten haben. Und das alles passte gerade so in unser Reisebudget, was ja auch ein wichtiges Kriterium ist. Jetzt wartet noch der schwierigste Teil der Reise auf uns - die Rückkehr in den früheren Alltag. Aber noch haben wir ein paar Tage auf Fehmarn und in München. Die nutzen wir erstmal, um unser Boot zu verkaufen. Schweren Herzens zwar, aber zufrieden, gute Nachfolger gefunden zu haben, die uns sogar angeboten haben, die Tipsy hin und wieder für einen Törn auszuleihen. (Die Alternative zu der netten Familie wäre ein etwas verrückter 70-jähriger gewesen, der dieses Jahr gleich noch damit zu einer Weltumsegelung starten wollte...) Somit ist für uns alles perfekt gelaufen und unser Vorhaben war eine runde Sache. Ab 29. oder 30.9. können wir wieder in unsere Wohnung, die wir ja zwischenvermietet haben. Und dann fangen wir am 1.10. wieder bestens erholt in der Klinik an. Mal sehen, wie lange wir noch von den vielen Eindrücken der Reise zehren können und wie nachhaltig diese Auszeit für uns sein wird.... &lt;br/&gt;Im nächsten Bericht möchten wir dann, zum Abschluß, die Fakten und Zahlen der Reise, die wir zu Hause noch genau aufdröseln müssen, darstellen. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Nachahmer, dem wir mit unseren Berichten Lust auf ein ähnliches Abenteuer gemacht haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Kreis.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Sturm im Kattegat</title>
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      <pubDate>Fri, 4 Sep 2009 16:27:03 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/9/4_Sturm_im_Kattegat_files/Windguru0309.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object001_5.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nachdem wir den Göta-Kanal passiert hatten, nutzten wir im Vänernsee die Gelegenheit, mal wieder ein Stück zu segeln und die Nacht in einem Naturhafen zu verbringen. Mit der Insel Djurö, haben wir dann auch einen richtigen Glücksgriff gemacht, denn die kleine Insel hatte nicht nur schöne schären-typische Felsen zu bieten, sondern als Naturreservat auch viele Wanderwege in abwechslungsreicher Natur und oben drein war ausser uns keine Menschenseele da. Nur eine Sache trübte die gute Laune: Kurz vor der Einfahrt in die Bucht hat sich das Babystag verabschiedet. Und wohl in Folge der dadurch plötzlichen geringen Spannungsänderung des Mastes hat eine Naht im Top des Großsegels nicht standgehalten. Trotz allem genießen wir noch einmal die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm auf der Insel, bevor dann ab Vänersborg sehr windreiche Tage bevorstehen. Der dortige Hafenmeister hat uns super geholfen alles innerhalb eines Vormittags repariert zu bekommen und hat uns bei einem der bekanntesten Riggmacher Schwedens, den er gut kennt, gleich persönlich ein neues Babystag besorgt. Toll! &lt;br/&gt;In Vänersborg beginnt der Trollhätte-Kanal, der über sechs Schleusen den Vänernsee mit Göteborg und der Ostsee verbindet. Das Schleusen ist hier deutlich einfacher als im Göta-Kanal, weil die Schleusen für die moderne Berufsschifffahrt konzipiert sind und das Wasser von unten aus dem Boden in die Kammer gepumpt wird und nicht wie am Göta-Kanal von vorne einströmt. Durch die hohen Schleusenwände und den Hub von teilweise über 10m kommen wir uns allerdings manchmal ganz verloren vor in den riesigen Schleusenkammern. Mit nur einem Zwischenstopp im Ort Trollhätte, in dem es interessante alte Schleusentreppen aus dem 19. Jhdt., Wasserfälle und zufällig auch eine Oldtimer-Ausstellung zu besichtigen gab, passierten wir den Kanal und mussten glücklicherweise nicht einmal die Gebühr von ca. 80 EUR zahlen (warum nicht, haben wir nicht wirklich verstanden, es sei halt unser Glückstag heute, hieß es?!) Vor den großen Brücken machte uns der zunehmende Wind in Kombination mit der Strömung des Flusses Göta Älv ziemlich zu schaffen und wir waren froh, als wir am 27.08. Göteborg erreichten. Dort stürmte es erstmal weiter, aber wir lagen ja sicher im Stadthafen Lilla Bommen und hatten die Innenstadt gleich in der Nähe. Wir waren überrascht, was Göteborg so zu bieten hat und streiften ein paar Tage durch die verschiedenen Stadtviertel, Parks und v.a. die riesigen Einkaufspassagen. Die Wettervorhersagen waren nicht sehr ermutigend und  auch ein deutscher Bootsnachbar, der versucht hatte, ein Stück weiter nach Südwesten zu kommen, war nach ein paar Stunden durchnässt wieder zurück im Hafen, weil es draussen doch deutlich zu ungemütlich war. So warteten wir täglich auf ein kurzes Wetterfenster, um es wenigstens ein paar Meilen zu einer der vorgelagerten Inseln zu schaffen. Mit Wolfgang von der SY Terra und seiner Familie aus Würzburg verbrachten wir so noch einen letzten schönen Abend in Göteborg bei Wein und Chips. Nach fünf Tagen Göteborg schafften wir dann endlich früh morgens (6.30 Uhr!) den Absprung nach Vrångö, das nur 12sm vor Göteborg liegt und eine typische westschwedische Schäreninsel ist, rechtzeitig, bevor der Wind wieder deutlich auffrischte. Zum Glück scheint trotzdem meistens die Sonne, so daß wir die Insel auch am folgenden stürmischen Tag wenigstens ausgiebig erkunden konnten. Im Hafen waren wir fast alleine. Es lag zunächst nur noch ein sympathischer Engländer mit Familie und Hund mit seinem kleinen Motorboot neben uns. Er erzählte uns, dass er schon jeden Bewohner der Insel kennt. Denn wegen des Wetters ist er bereits den 11. Tag (!) auf Vrångö. Er will Richtung Nordostseekanal, aber bei dem ewigen Südwind hat er mit seinem kleinen Boot keine Chance. Er nahm es mit typischem britischem Humor und wir lachten uns kaputt über seine trockenen Kommentare. Sein Sohn besuchte ihn gerade zum dritten mal (das Boot ist  auch seit April unterwegs) und jedes mal liegen sie wetterbedingt nur im Hafen und sind zusammen keine Meile gefahren. &lt;br/&gt;Unser nächstes Ziel heisst Laesö, eine dänische Insel mitten im Kattegat. Wieder ging die Suche nach einem Wetterfenster los. Die Vorhersagen waren ernüchternd. Es sah so aus, als ob wir uns zusammen mit dem Engländer eine Wohnung auf Vrångö einrichten könnten. Tagsüber Starkwind mit 30 kn aus Südwest, nachts etwas schwächer. Als wir am Abend einvernehmlich beim schwedischen und norwegischen Wetterdienst und bei Windguru sahen, dass es am nächsten morgen für ca. 6 - 8 Stunden gemäßigteren Süd-Ost geben soll, ergriffen wir die Chance zum Absprung und legten morgens um 7:30h ab. Bei ziemlich konstanten 20 kn Wind segelten wir die 40 Meilen in 6,5h nach Laesö. Die Rechnung ist zum Glück sehr gut aufgegangen. Denn abends hat der angekündigte Sturm dann richtig losgelegt. 45 kn (9 Bft.) auf See und immerhin noch 30 -35 kn hier im Hafen. Es pfeift, jault und heult in den Wanten. Manche Böen kommen so heftig und plötzlich, dass man meint einen dumpfen Schlag am Rumpf zu spüren wenn man unter Deck ist. Die Festmacher und Ruckdämpfer leisten ganze Arbeit und angeblich soll der Spuk morgen früh vorbei sein. Zumindest für ein oder zwei Tage. Trotzdem sind heute im Laufe des Tages zwei Segler im Hafen eingelaufen. Eine Crew scheint ernsthafte Probleme draussen gehabt zu haben. Was einen dazu treibt bei so einem Wetter auszulaufen ist uns echt nicht klar...&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Sturm.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Quer durch Schweden</title>
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      <pubDate>Sat, 22 Aug 2009 20:04:15 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/8/22_Quer_durch_Schweden_files/200921Aug_3203.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object002_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Sommer ist mit Verspätung angekommen. Am bisher heissesten Tag unserer Reise motoren wir am 06.08. bei 33 Grad im Schatten und bleierner Flaute vorbei an Vaxholm nach Stockholm und legen am frühen Nachmittag im Wasahafen an. Wir rechneten eigentlich damit, gerade noch das letzte Plätzchen zu ergattern, aber, oh Wunder, wir haben absolut freie Auswahl im Hafen. Uns wird berichtet, dass der Hafen gestern noch voll gewesen sei und heute so leer wie lange nicht mehr. Der Wasahafen heisst im übrigen so, weil direkt daneben das berühmte Wasamuseum ist. Hier steht das am 10.08.1628 gesunkene ehemals prächtigste schwedische Kriegsschiff. Das besondere daran ist zum einen, dass es bereits nach wenigen hundert Metern der Jungfernfahrt bei der ersten Brise im Hafen mit Mann und Maus gekentert und gesunken ist (zu wenig Ballast) und zum anderen, dass es weltweit das einzige Schiff seiner Art ist, das komplett in einem Stück 1961 geborgen werden konnte.&lt;br/&gt;Hier in Stockholm bekommen wir auch Besuch von Pauls Eltern. Wir spulen also das gesamte Touristen-Programm ab: Stadtrundfahrt, Kanalfahrt, Wasamuseum und eine Tagesfahrt mit einem Linienboot nach Grinda. Ja, richtig, da waren wir schon. Aber uns gefiel es dort so gut, dass wir dachten, das wäre doch genau das Richtige für Pauls Eltern um einmal einen kleinen Einblick in die Stockholmer Schärenwelt zu bekommen. Grinda ist eine der erste Schären, die man mit einem Linienboot erreichen kann. Dementsprechend ist dort aber zu den Stoßzeiten auch viel los, aber egal. Schön ist es trotzdem. Wir reservieren einen Tisch im dortigen guten Restaurant und verbringen einen schönen Tag.&lt;br/&gt;Am 10.08. lösen wir nach ein paar beeindruckenden Tagen in Stockholm schweren Herzens die Leinen und setzen unsere Reise fort Richtung Götakanal. Aber nicht, ohne vorher noch ein paar Stops an Felsen in schönen Naturhäfen zu machen. Susi ist schon fast ein „Felsliege-Junkie“. Nur wenn es gar nicht anders geht, ist auch einmal ein normaler Hafen erlaubt. Also suchen wir uns immer für die angesagte Windrichtung passende geschützte Buchten und legen uns mit dem Bug voraus an einen Fels und vertäuen das Boot an Bäumen. Ein Schwede, der uns einmal beim Festmachen half, war ganz verwundert, da man anscheinend selten deutsche Boote sieht, die es den Schweden gleichtun und so festmachen. Das Wetter spielt sogar mit und es ist schon die zweite Woche am Stück schön warm. Doch es ist ein Wetterumschwung angekündigt....&lt;br/&gt;Kurz bevor wir in Mem eintreffen, dem Beginn des Götakanals, erwischt es uns knüppeldick. Zuerst schüttet es, als ob die Welt unterginge und dann geht der Niederschlag in erdnussgrosse Hagelkörner über. Es prasselt und hämmert. Schutz suchend verkriecht sich Susi unter Deck und Paul unter der Sprayhood, während wir den Autopiloten weiter seine Arbeit machen lassen. Dann kommen auch noch Blitz und Donner dazu, direkt über uns. Nach 15 Minuten hat der Spuk ein vorläufiges Ende. Glücklicherweise genau rechtzeitig zum Anlegen vor der Schleuse in Mem. Hier checken wir im Kanalbüro ein und dann geht es auch schon los auf dem Weg einmal quer durch Schweden, um am Ende in Göteborg wieder raus zu kommen. Vor uns liegen insgesamt 64 Schleusen, 400 km Weg durch Kanäle und Binnenseen und das erklimmen von 92 m über dem Meeresspiegel (Götakanal plus Trollhättankanal). Mit uns beginnen noch drei weitere Boote ihre Tour. Es passen genau alle Boote in die erste Schleuse, aber wir bekommen den undankbarsten Platz ganz vorne zugewiesen, weil wir das größte Boot sind. Die heftigen Strömungen der Schleuse treffen uns dort vorne ungebremst und wir schwitzen Blut und Wasser, ob das Boot da heil wieder raus kommt. Es geht alles gut, aber zur Sicherheit und für unsere Nerven fendern wir die rechte Seite noch etwas mehr ab und verbessern nochmals unsere Schleusenstrategie. Im Vorfeld hatten wir schon viel über die Schleuserei auf- und abwärts gelesen, aber am Ende muss doch jeder seinen eigenen Stil finden. Es folgt eine wunderschöne Strecke vorbei an Felsen, Wiesen und Wäldern. Nach zwei weiteren Schleusen, in denen wir dann zum Glück alleine sind, was das Schleusen wesentlich vereinfacht, erreichen wir unseren ersten Übernachtungshafen Söderköpping. Wir sind ganz schön fertig, als wir endlich sicher im Hafen liegen. In Söderköpping ist, trotz vereinzelter heftiger Regenschauer, ganz schön was los. Viele Touristen besuchen den Götakanal, um den Booten beim Schleusen zu zu sehen. Auch wir sind jetzt sicherlich, mit angespanntem Gesichtsausdruck, auf hunderten Fotos und Videos der anderen Touristen zu finden. Beim nächsten Streckenabschnitt nach Norsholm sind wir schon etwas routinierter und genießen die Fahrt durch die herrliche schwedische Landschaft, vorbei an Pferdekoppeln, Getreidefeldern, Fahrradwegen und roten Häuschen. Wir müssen auch immer wieder Klapp-, Schwenk-, oder Rollbrücken passieren, die manchmal extra wegen eines einzigen Bootes geöffnet werden. Erstaunlich finden wir nur, dass jetzt, Mitte August, nur noch wenige Boote unterwegs sind und in wenigen Tagen schon die offizielle Nachsaison beginnt. &lt;br/&gt;Unser nächstes Ziel ist die Carl-Johans-Schleusentreppe in Berg, mit sieben hintereinander geschalteten Schleusen mit insgesamt 18,8 m Hub. Dort tummeln sich schon massenweise Touristen, die auf die nächsten Schleusungen der Boote warten. Nur zu zweit auf dem Boot ist es richtig viel Arbeit, diese sieben Schleusen hintereinander ohne Pause zu passieren. Paul bleibt an Bord und muss die Leinen so gut es geht straff halten, Susi zieht das Boot von einer Schleuse zur nächsten und vertäut es an Land. Viele nette deutsche Touristen sprechen uns an und wir werden wieder fleißig fotografiert. Oben angekommen bleiben wir erst einmal in dem schönen Örtchen Berg und erholen uns von den Strapazen. Wir müssen auch noch einen Hafentag dranhängen, denn der Wind frischt immer mehr auf letztlich über 25 Knoten auf. Bei diesem Wind sind uns die häufigen An- und Ablegemanöver, sowie die Wartezeiten vor den Brücken in dem schmalen Kanal zu gefährlich.&lt;br/&gt;Weiter ging es nach Motala. Dem früheren Industriezentrum Schwedens. Hier liegt im übrigen auch der Initiator und Bauleiter des Götakanals Baltzar von Platen begraben, der leider bereits zwei Jahre vor Fertigstellung des Kanals verstorben ist. Als der Kanal dann 1832 fertiggestellt war, galt es als das technische Meisterwerk schlechthin. 22 Jahre lang haben 58000 schwedische Soldaten per Hand den 190 km langen Kanal von der Ostsee bis zum Vänernsee gegraben. Dummerweise hatte der Kanal bald nach seiner Fertigstellung Konkurrenz von der neu aufkommenden Eisenbahn erhalten, so dass er relativ schnell an Bedeutung für den Warentransport verlor. Heute wird er nur noch touristisch genutzt von Leuten wie uns, die von der Ostsee ins Kattegat wollen. Und die Passage lohnt sich. Dabei queren wir auch noch neben mehreren kleinen Binnenseen die beiden größten Seen Schwedens. Der Vättern See ist für seine schöne Schärenwelt bekannt. Deshalb konnten wir einfach nicht nur quer rüber fahren, sondern legten noch einen Abstecher in einen schönen Naturhafen ein. Nach dem Vätternsee ging es dann (deutlich gemütlicher) in den Schleusen nur noch bergab. Landschaftlich und von der Streckenführung her ist diese zweite Hälfte des Kanals auch noch einmal sehr schön. Es geht über Seen und durch sehr enge Kanalabschnitte in dicht bewaldeten Gebieten. Zum Glück herrscht zu dieser Jahreszeit nur noch spärlicher Verkehr. Wir sind froh, dass wir uns bewusst mehr Zeit für den Kanal genommen haben.&lt;br/&gt;Hier in Sjötorp, nach der letzten Schleuse, liegt nun der drittgrößte See Europas vor uns (11 mal größer als der Bodensee), an dessen Südende der nächste Kanal auf uns wartet. Aber darüber dann das nächste mal.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Quer.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Besuch aus Franken</title>
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      <pubDate>Thu, 6 Aug 2009 21:07:35 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/8/6_Besuch_aus_Franken_files/200927Jul_2722.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object001_6.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Juli ist mittlerweile vorbei. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Die Ferien in Schweden sind zu Ende und vielleicht wird jetzt dann endlich auch das Wetter wieder beständiger. Die Schweden waren schon verzweifelt, weil es ihren ganzen Urlaub vermasselt hat. Nach ein paar tollen, schönen Tagen kam immer gleich wieder Regen, Nebel und Kälte. Aber dafür startet der August gerade mit richtigem Sommerwetter.&lt;br/&gt;Von Harnösund aus sind wir über einige kleine, schnucklige Häfen bis zum 26.7. nach Hudiksvall weiter gefahren. Hier wollen wir Elke und Oli an Bord nehmen, die uns eine Woche begleiten. Am Vorabend überraschen uns dann auch noch Bine und Lukas, zwei liebe Freunde aus Erlangen, mit der Nachricht, dass sie uns auf dem Rueckweg ihres Norwegen-Urlaubes für einen Nachmittag besuchen kommen wollen. Die Wiedersehens-Freude war dann auch dementsprechend riesig. Es gab so viel zu erzählen, dass die Zeit viel zu schnell verging. Leider mussten die beiden noch am selben Tag weiter in Richtung Deutschland fahren. Abends kamen dann Elke und Oli nach einem langen Anreisetag aus Nürnberg in Hudiksvall an. Aufgrund des schlechten Wetters hatten wir den Treffpunkt von Soederhamn auf Hudiksvall verlegt und waren somit etwas weiter nördlich, als eigentlich geplant. Die beiden haben sich erstaunlich schnell mit dem begrenzten Platzangebot an Bord arrangiert und selbst die großen Rucksäcke irgendwie in ihrer Kajüte verstaut. Frisch verproviantisiert und mit vollem Wasser- und Dieseltank ging es am nächsten Tag 40 sm weiter, in den kleinen Segelclubhafen Segelvik. Wir nutzen den ersten Sonnentag seit längerem, um uns am clubeigenen Hafengrill über Elkes und Olis Mitbringsel herzumachen: Nürnberger Bratwürste und Obatzdn. Genial Lecker! Zum Segelclub gehört auch eine kleine Holzsauna, die mit Holz angeschürt werden muss. Bei Sonnenuntergang machten wir uns dran, den Ofen anzuheizen, was allerdings doch etwas zeitaufwendig war, so dass wir den Versuch bei ca. 45°C in der Sauna um 23 Uhr abbrachen. So war es also doch mehr eine romantische Wärmestube mit Kerzenschein, als eine dampfende Sauna. Weiter ging´s nach Axmar Brygga, wo man nach einer Slalomfahrt durch seichtes Gewässer an einem schön gelegenen Steg bei einem guten Restaurant festmacht. Dort ließen wir den Abend bei leckerem Essen und Sonnenuntergang direkt am Wasser ausklingen, getrübt nur durch eine gelegentliche Brise Kloakengeruchs, deren Herkunft einfach nicht zu eruieren war.&lt;br/&gt;Auf halbem Weg zu den Stockholmschären warfen wir für eine Nacht den Anker in einer einsamen Bucht. Nur die Millionen Mücken an Land hielten uns von einem längeren Spaziergang ab, so dass wir nach kurzem dann fluchtartig die Rettung auf unserem Boot suchten (dieses Landstück wurde von Elke seither Moskito-Island genannt), schwimmen gingen und einen schönen Abend an Bord verbrachten. Über Öregrund ging es weiter zu unserer ersten Stockholmschären-Insel Arholma. Der Wind war mal wieder gegen uns, so dass wir einen Großteil der Strecke motoren mussten. Solange wir noch unter Segeln waren, ergab sich hier allerdings mal die Gelegenheit, mit Elke und Oli ein paar Mann-über-Bord-Manoever zu üben, was die beiden mit Begeisterung erledigten. Als wir um 19:00 in Arholma einliefen zählten wir knapp 50 Boote in der kleinen Bucht. Verteilt über einen Steg, am Fels und vor Anker. Wir suchten uns noch ein Plaetzchen im Ankerfeld und waren froh endlich angekommen zu sein. Leider reichte es zeitlich nicht einmal mehr für einen Landgang, weil es mittlerweile fuer unseren Geschmack wieder viel zu früh dunkel wird. Obwohl eigentlich nicht geplant, fuhren wir am kommenden Tag den 10 sm langen Norrtaelje-Sund hinab zu der gleichnamigen Stadt, da es von dort aus wesentlich unkomplizierter und schneller für unsere Gäste war, zurueck zum Flughafen zu kommen (woanders war es am Wochenende tatsächlich nicht möglich an Bustickets zu kommen!). Der Abstecher hat sich gelohnt. Norrtaelje ist eine gemütliche, hübsche kleine Stadt und wir konnten die Infrastruktur gleich noch dazu nutzen, unsere Vorraete aufzufüllen für die kommenden Tage in den Naturhäfen der Schären. Leider ist die Woche mit Elke und Oli viel zu schnell vergangen. Vom Busbahnhof aus, geht es für sie wieder zurück nach Nürnberg.&lt;br/&gt;Wir müssen hingegen am 06.08. in Stockhom sein, da wir uns dort mit Pauls Eltern treffen werden. Die Tage bis da hin verbrachten wir in den tollen Buchten und Naturhäfen der Schärenwelt. Unser persönliches Highlight: Wir haben uns endlich getraut einmal an einem Fels fest zu machen. Ort des Geschehens war die tolle Bucht auf Lidön. Nach einem vorsichtigen Probeanlaufen und Ausspähen, ob sich auch wirklich kein Fels unter Wasser versteckt, glückte das eigentliche Manoever auf Anhieb. Heckanker raus, vorsichtig ran an den Fels, Susi sprang rüber und wir machten an zwei Bäumen fest. Klasse. Und weil es so schön war, haben wir das in den kommenden drei Tagen in jeweils anderen Naturhäfen wiederholt und die tollen Atmosphären bei herrlichem Sommerwetter und Grillen genossen. Unser Boot wäre hier wahrscheinlich fast von selbst von Insel zu Insel gefahren, da diese Gegend über mehr als zehn Jahre TIPSYs Hauptrevier war....&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Besuch.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Schöne Aussichten - die Höga Kusten </title>
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      <pubDate>Thu, 23 Jul 2009 21:07:17 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/7/23_Sch%C3%B6ne_Aussichten_-_die_H%C3%B6ga_Kusten_files/200916Jul_2416.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object000_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nachdem wir also beschlossen hatten, nicht den ganzen nördlichen Bogen der Ostsee (Bottenviken) abzusegeln, sondern zurück nach Schweden zu fahren, warteten wir auf der Insel Björköby, bis das Sturmtief vorbeigezogen ist. Wir nutzten die Zeit für Wanderungen und lernten dabei zufällig zwei nette Lehrerinnen aus Bremen kennen, die eigentlich Urlaub an der „Hohen Küste“ (Höga Kusten) in Schweden machten, aber spontan noch mit der Fähre nach Finnland in den Kwarken gefahren sind, da diese beiden Gebiete für die UNESCO auf Grund ihrer Landhebungen zusammen gehören. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken haben wir von ihnen einiges über die Höga Kusten und ihre Wanderwege in Erfahrung bringen können. In unserer Planung haben wir dann gleich für dieses Gebiet viele Tage berücksichtigt, denn das ist für uns ein perfektes Segelgebiet: tiefes Wasser bis kurz unter Land und hohe Berge um uns herum, wo es tolle Wanderungen zu machen gibt. Dazu nette schwedische Orte mit kleinen, roten Häuschen. Schöne Aussichten, im zweifachen Sinne für uns.&lt;br/&gt;Als der Wind am 11.07. für die 41 sm nach Schweden passte, suchten wir Ratan als unseren nördlichsten Punkt der Reise aus (63°59,48‘ N, 020°53,45‘ E). Das ist ein kleines, aber geschichtlich recht bedeutsames Örtchen. Hier waren alle fleißig am Häuserstreichen und Blumenkästen aufstellen, denn am 20. August kommt das schwedische Königspaar in den Ort, um den 200. Jahrestag der letzten Kriegsgefechte auf schwedischem Boden zu feiern. Denn 1809 hatte eine Seeschlacht im Ratansund gegen die Russen  stattgefunden. Damals war der Meeresspiegel allerdings noch fast drei Meter höher, so dass die großen Schiffe dort überhaupt Platz gefunden haben. Von der jährlichen Landhebung zeugen in Ratan noch alte Landmarken die seit 1746 von Anders Celsius und Carl von Linné angebracht wurden. Auch gibt es noch alte Festmacher für die Schiffe. Damals dachte man noch, der Wasserspiegel würde sinken. Aber dreitausend Meter dicke Eisschichten hatten vor tausenden Jahren die Erdkruste nach unten gedrückt. Seit dem sie geschmolzen sind, heben sich die Erdmassen langsam wieder. &lt;br/&gt;Am 12.7. ging‘s weiter, von nun an immer gen Süden, auf die sonnenreichste Insel Schwedens, Holmön. Schon Wilfried Erdmann (bekannter Segler) hat in seinem Buch „Ostseeblicke“ von dieser Insel geschrieben: „Wer den Bottnischen Meerbusen kennenlernen möchte, braucht eigentlich nicht weiter nördlich zu segeln. Hier findet er alles, was der Norden bietet.“ Na dann paßt´s ja. Lagen wir vielleicht doch richtig, mit unserer Entscheidung den Norden auszulassen. Die Insel ist ziemlich groß, so dass wir uns mit dem Fahrrad ganz schön abstrampeln mussten, um ein mal längs durchzufahren. Am Ende belohnten wir uns mit einem Besuch im Hafenrestaurant, denn in Schweden ist es nicht mehr ganz so teuer essen zu gehen, wie in Finnland. &lt;br/&gt;Unser erstes Ziel in den Höga Kusten war die kleine Stadt Örnskölsvik, um uns dort mit Wanderkarten einzudecken.  Die Anfahrt durch eine Art Fjord war beeindruckend. Links und rechts hohe Berge und Hügel. Finnische Segler schwärmten uns schon oft vor: „Höga Kusten: Sailing between mountains!“ Das ist was für uns bergebegeisterte Bayern! In Örnskölsvik war richtig was los. An einer etwas abseits gelegenen Pier ergatterten wir gerade noch einen Platz. Die ganze Stadt war auf den Beinen, flanierte am Hafen, sonnte sich auf den Picknick-Bänken.  Im Juli hat ganz Schweden Urlaub und da ist immer was geboten. Hier trafen wir auch das deutsch-schweizerische Ehepaar der SY Föifliber (so heisst das 5 Frankenstück auf schwizerdütsch, weil der Familienname Franken ist und die beiden drei Kinder haben, also 5 Franken - witzige Idee) Lilli und Schorsch wieder. Ihr Boot liegt im selben Winterlager wie unseres. Sie sind schon 80 Jahre alt und segeln seit vielen, vielen Jahren in der Ostsee. Wir haben von den beiden lustigerweise schon aus dem Segelbericht der Mosers (SY MOMO): „eine Reise rundum die Ostsee“ von 2006 gelesen. Die hatten sie nämlich damals zufälligerweise in Finnland kennengelernt. Bis spät am Abend  wurde geklönt und am nächsten Tag haben sie uns sogar spontan zwei tolle Revierführer für die Höga Kusten mit auf die Reise gegeben. Sehr nett! Wir hatten nämlich kaum Literatur davon. In Örnskölsvik wurden endlich die Wanderschuhe ausgepackt und der erste Berg mit toller Aussicht erklommen. Danach folgen einige Highlights der Höga Kusten. Zunächst Trysunda, eine Insel mit tollem Freizeitwert und daher bei den Schweden und Finnen sehr beliebt. Wir haben zwar keinen Platz mehr am Steg bekommen, konnten aber in wenigen Metern Entfernung sicher ankern. Im Juli muss man zeitig in den beliebten Häfen sein, wenn man einen Platz will, mussten wir lernen. In der Hängematte (Danke Rebecka!) verbrachten wir einen herrlichen Nachmittag an einer Felsenbucht, ganz einsam. Die Mücken hatten wir zum Glück in Finnland gelassen, so dass man hier nur auf die Beiss-Ameisen aufpassen musste, die uns in der Hängematte aber nichts anhaben konnten. Den Skuleskogens-Nationalpark besuchten wir von der nächsten Ankerbucht aus. Hier führt ein Wanderweg zu der beeindruckenden Schlucht, über die Ronja Räubertochter im Film hüpft. Die Aussicht von oben ist klasse. Dann nur fünf Seemeilen weiter Mjältön, die höchste Schäreninsel der Ostsee, 236 Meter hoch. Dort gibt es einen super Naturhafen. Eine kleine, kreisrunde Bucht mit enger Einfahrt, drinnen 3-5 Meter Tiefe. Dementsprechend waren wir nicht die einzigen, die sich dort tummelten und auf den Berg stiegen (aber diesmal waren wir rechtzeitig da!). Wir haben noch ein paar Tage in den Höga Kusten, bis am 26.7. Elke und Oli aus Nürnberg in Söderhamn zusteigen und so gondeln wir langsam von einem Ort zum nächsten, leider momentan bei wechselhaftem Wetter. Wir freuen uns schon auf den Besuch und die gemeinsame Fahrt in Richtung Stockholm-Schären.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_H%C3%B6ga_Kusten.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Durch den „Quark“</title>
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      <pubDate>Fri, 10 Jul 2009 18:15:56 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/7/10_Durch_den_%E2%80%9EQuark%E2%80%9C_files/200903Jul_2356.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object001_7.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Dank eines ausgeprägten Skandinavienhochs verlassen wir die Åland- und Turkuschären bei bestem Wetter. Man könnte hier ewig zwischen den Inseln herumgondeln und mal hier, mal dort ankern oder festmachen. Aber wir wollen ja eigentlich weiter Richtung Norden. Noch ist die Hoffnung, es doch bis nach Kemi ganz oben im bottnischen Meerbusen zu schaffen, nicht ganz gestorben. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Also brachen wir am 27.06. auf, die 65 sm nach Rauma zu fahren. Aber letztlich konnten wir an all den schönen potentiellen Ankerbuchten entlang der Route nicht einfach weiter vorbeifahren. Also haben wir nach 37 sm vor der Schäre Kräkö unweit des Fahrwassers den Anker fallen lassen. Eine sehr weitläufige Bucht, für den für nachts angekündigten mäßigen Westwind genau richtig. Paul nutzte die Gelegenheit für sein erstes Ostseebad. Das Wasser war doch so warm, dass er nach einer Minute wieder an Deck stand. Das Dinghi wurde wieder ausgiebig zu Erkundungszwecken genutzt, das Cockpit bis spät nachts zum Sonnenuntergang, oder eher Dämmerung, beobachten. Also dann am nächsten Tag weiter nach Rauma. Wieder entlang der in den finnischen Seekarten penibel eingezeichneten Fahrwasser. Bei dieser Gelegenheit mal ein paar Worte zum Navigieren in Finnland: Wir erwähnten ja schon einmal, dass wir von den finnischen Seekarten echt begeistert sind. Es gibt da allerdings eine klitzekleine Einschränkung. Es wird allseits empfohlen die vorgegebenen Fahrwasser NIE zu verlassen. Diese Fahrwasser sind jeweils mit garantierten Mindesttiefen gekennzeichnet. Z.b. 1,5 m, 2,4 m oder 4,8 m usw.. Wir haben 1,80 m Tiefgang. Also achten wir darauf, meistens Wege zu benutzen, die 2,4m oder mehr angeben. Das Problem ist nämlich, dass all diese Wege geprägt sind von ständigen Kurswechseln. Vergleichbar einem alpinen Riesenslalom. Rote Spiere links, dann 150 m weiter zwei grüne rechts liegen lassen und scharf nach Westen abbiegen um dann wieder zwischen einer roten und einer grünen dazwischen durch zu fahren. Untiefe östlich umfahren, dann südlich an der gelb-schwarzen Spiere vorbei usw.... So geht das den ganzen Tag. Um uns das ganze deutlich zu erleichtern plant Paul am Vorabend die Route am Laptop, lädt sämtliche (manchmal bis zu 40) GPS-Wegepunkte flugs in das GPS und dann kann der Autopilot die Route abfahren und man greift nur hie und da korrigierend ein, um ein paar Grad mehr steuerbord oder backbord zu fahren. Natürlich verfolgen wir den Kurs immer penibel auf der Seekarte, um gerade bei den häufigen kritischen Stellen mit links und rechts gerade mal 0,5 m Wassertiefe, notfalls per Hand zu steuern. Das ganze sei erwähnt, weil wir gerade in Rauma die Erfahrung machen mussten, dass man sich doch nicht immer auf die amtlichen Fahrwassertiefen verlassen kann. Wir steuerten den kleinen Hafen Porholma in Rauma an. Dazu musste man ein kleines Stück eines 2,0m Fahrwassers fahren. Dass man ab und an zwischen zwei wirklich bedenklich eng stehenden Felsen durchfahren muss, waren wir ja mittlerweile gewohnt. Also haben wir uns schön langsam, in der Mitte haltend dieser Engstelle genähert. Wir wollen in so einer Situation schon gar nicht mehr auf das Echolot schauen, weil uns immer ganz anders wird, wenn da 2,0 m angezeigt wird. Aber wir haben Vertrauen in die finnischen Seekarten......zumindest bis jetzt. Das Echolot zeigt zwar 2,2 m an, aber trotzdem spüren wir einen Widerstand am Kiel und mogeln uns gerade so durch die Engstelle. Auch danach zeigt das Echolot noch zwei mal kurzzeitig sogar 1,6 m an, wir schlagen Haken und spüren zum Glück keinen Grund mehr. Aber entsetzt sind wir trotzdem und das Vertrauen in die Karten ist dahin. Später erfahren wir von Finnen, dass sie noch nie diesen Weg in den Hafen gewählt haben und stattdessen lieber einen Umweg fahren, der auf der Karte auch nicht gerade vertrauenserweckend erscheint, aber wohl sicherer ist. Na dann...&lt;br/&gt;Jetzt jedenfalls zurück zu Rauma: Die Altstadt wurde wegen ihrer noch aus dem 17. Jahrhundert komplett erhaltenen Holzhäuser in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Das letzte große Feuer gab es 1635. Für eine Stadt, komplett aus Holz, fast schon ein Wunder. Ausserhalb dieses historischen Kerns gibt es wenig sehenswertes. Ausser der vielen Strände und des schönen Umlandes. Wetterbedingt (wieder einmal stärkerer Nordwind) blieben wir zwei Nächte um dann, dem Tipp eines Finnen folgend, auf die Schäre Reposaari zu fahren. Laut Seekarte hätten wir den Hafen nicht anfahren können, aber alle Finnen, die wir im Vorfeld befragten, versicherten uns, dass es tief genug sei und beschrieben uns wie wir ab der letzten Fahrwasserbake zu fahren haben. Und tatsächlich: Mit etwas mehr als einer sprichwörtlichen Handbreite Wasser unter dem Kiel legten wir an. Ein gemütlicher Ort mit grandioser Landschaft und netten Leuten war der Lohn der spannenden Ansteuerung.&lt;br/&gt;Je weiter wir in den Norden kommen, desto freundlicher und aufgeschlossener werden die finnischen Segler. Einer meinte, die aus dem Norden flüchten vor der Einsamkeit und Stille und sind froh, etwas mehr unter Leute zu kommen. Wir versuchten, ihnen ein paar Reisetips bzgl. eventueller schöner Häfen weiter im Norden zu entlocken. Erstaunlich, aber die meisten meinten nur, dass sie immer so schnell wie möglich in den Süden fahren, mit so wenigen Stops wie möglich. In den Norden will kaum ein Finne. Alternativ fahren sie auch gerne nach Schweden zur „Hoga Kusten“ rüber. Unsere Frage, ob es denn z.B. bei Kemi nicht auch schöne Plätze gäbe, wurde meist mit einem „naja...“ beantwortet. Sollen wir dann auch schon bei Vaasa nach Schweden übersetzen? Wenn der Wind weiter aus Norden kommt, werden wir das wohl so machen. Für ewig lange Schläge oder sogar Nachtfahrten, um Strecke zu machen, sind wir nicht zu begeistern. Nachtdienste hatten wir genug, das brauchen wir nicht noch im Urlaub. Offensichtlich scheint Nordfinnland auch nicht so attraktiv zu sein. Mal sehen.&lt;br/&gt;Über Kristinankaupunki, eine Stadt in der die Zeit irgendwann im 19. Jahrhundert stehengeblieben zu sein scheint, fuhren wir die Westküste weiter hoch nach Käskinen. Hier hat uns der starke Nordwind dann wieder für drei Nächte festgehalten. Zum Glück war Käskinen ein wirklich hübsches, kleines 2000 Seelen Örtchen mit gemütlichem Hafen, so dass wir es bei sonnigem Wetter als wenig schlimm empfanden, hier hängen zu bleiben. Irgendwann ging es dann doch die 60 sm weiter nach Vaasa. Bei unseren täglichen Wetterinfos sah man schon, dass sich über den baltischen Staaten ein Tiefdruckgebiet entwickelt. Also beschlossen wir bereits am nächsten Mittag, nach einer kurzen Stadtbesichtigung des wenig imposanten Vaasa, weiter in das Schärengebiet des Kvarken (engl. „the Quark“) zu fahren. Seit Juli 2006 ist dieses Gebiet die erste und einzige UNESCO-Weltnaturerbestätte Finnlands. Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Landhebung (ebenso wie die gegenüberliegende schwedische Hohe Küste) gilt sie als herausragende geologische Einheit. Die Landhebung beträgt 8mm/Jahr, die Landfläche wächst jährlich um einen Quadratkilometer. Zum Segeln ist das ganze grauslig: Eine Badewanne hat mehr Wassertiefe. Überall liegen unzählige Steine herum. Es gibt nur sehr wenige befahrbare Strecken. Wir sind dann also auf die Insel Björköby gefahren, um uns die Welterbe-Landschaft anzusehen. Wir haben in einem kleinen, mitten im Nirgendwo liegenden Fischerhafen festgemacht, um dann am kommenden Tag von hier aus die gerade mal noch 40 sm nach Schweden zu segeln. Aber das besagte Tief hat uns mit einem handfesten Sturm davon abgehalten. Im Seefunk hören wir nur noch „Gale warning“, „severe gale warning“, „strong wind advisory“. Alle Seegebiete der Ostsee werden heimgesucht. Also bleiben wir mal lieber hier in dem sicheren Hafen und wettern das ganz hier ab. TIPSY wird sturmsicher vertäut, und wir machen uns mit den Fahrrädern auf, das Weltnaturerbe zu erforschen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Quark.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Die Åland-Inseln</title>
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      <pubDate>Mon, 29 Jun 2009 20:59:26 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/6/29_Die_%C3%85land-Inseln_files/200922Jun_2042.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object000_5.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Seit Korpoström haben wir endlich richtiges Juni-Wetter. Vorher war es für die Jahreszeit deutlich zu kühl und die Finnen haben schon recht bedauert, dass es Mittsommer nicht wie üblich schön warm war. Wie wir bei manchem Plausch in der Sauna erfahren haben, verlegten sie zum Teil ihre geplanten Segeltouren wegen des Wetters um eine Woche nach hinten. Jetzt sind aber wieder alle zufrieden und sonnen sich bei richtig sommerlichen Temperaturen auf ihren Yachten. Von Korpoström aus ging es zu den Åland-Inseln, die auf halbem Weg in Richtung Schweden liegen. Die Ålands (übersetzt: „Wasserland“) sind die größte Inselgruppe Europas und gehören zu Finnland, sind aber autonom. Die offizielle Sprache ist Schwedisch, sie haben eine eigene Post und eine eigene Flagge. Finnisch wird in den Schulen nur als Wahlfach unterrichtet. Sie sind Mitglied in der EU. Was nicht so ganz selbstverständlich ist, denn die Åländer stimmten separat über den Beitritt zur EU ab, so dass durchaus die seltsame Situation hätte eintreten können, dass sie heute die einzigen ausserhalb der EU mit der Euro-Währung wären.&lt;br/&gt;Im wunderschönen Degerby auf Föglö machten wir den ersten Halt (s. Foto oben) um dann am kommenden Tag mit einem Mittagsstopp auf der Schäre Rödhamn weiter nach Mariehamn, der Hauptstadt der Ålands, zu fahren. Hier leben etwa die Hälfte aller Åländer, das sind aber mit ca. 12000 auch nicht gerade viele. Somit war es in der Stadt auch eher beschaulich, aber an den beiden Häfen war doch ziemlich viel los. Plötzlich war um uns herum auch wieder relativ viel deutsch zu hören. Diese Segler haben die Route über Schweden und nicht den Umweg über das Baltikum gewählt und hier trifft man sich dann. Leider kaum Leute in unserem Alter... Nach dem obligatorischen Saunabesuch, bei dem Susi fälschlicherweise in die Männersauna marschiert ist, dort aber lächelnd ein paar Blocks weiter geschickt wurde (ein Versuch war´s wert ;-), sassen wir abends draussen in einer kleinen Hafenbar, deren Stühle und Tische aus lauter alten Frachtkisten bestanden und haben den Sonnenuntergang genossen. Direkt neben dem Hafen liegt die alte Viermastbark „Pommern“, das einzige Schiff dieser Art, das bis heute in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist. Sie wurde 1903 für eine deutsche Reederei gebaut und war bis 1939 als Getreidesegler zwischen Australien und England bzw. Dänemark im Einsatz. Sie war eines der schnellsten Schiffe ihrer Zeit und segelte die Route um Kap Horn in der Rekordzeit von 72 Tagen. Seit 1939 ist sie fest in Mariehamn vertäut und kann heute als Museumsschiff besichtigt werden. Es war schon beeindruckend, auf so einem riesigen Segler zu stehen und in alten Filmaufzeichnungen eines Matrosen anzusehen, wie ein Sturm im Südatlantik das Schiff hin und her wirft, oder was für eine Arbeit es war, den 2 Tonnen schweren Anker ins Wasser zu lassen... Dann doch lieber zurück auf unsere kleine TIPSY ;-) Wir beschlossen, den Weiterweg durch die Lumparnbucht zu wählen und nicht um die Hauptinsel herum zu segeln, um wieder zurück zu den Turku-Schären und dem finnischen Festland zu kommen. Das gestaltete sich aber schwerer als gedacht, denn erstmal haben wir die Brückenöffnung am Lemströmkanal, der in die Lumparnbucht führt, um ein paar Minuten verpasst und mussten dann 45 Minuten Warterunden drehen, weil die Brücke nur 1 x pro Stunde für 10 Min. öffnet. Und dann herrschte in der Lumparnbucht noch ein unangenehmer Schwell, der das vorankommen mühsam machte, so dass wir unseren Zielhafen kurzerhand änderten und nach Kastelholm fuhren, das sich am Ende eines kleinen Sundes am Fusse eines „Kastel“ befindet. Das Anlegen gestaltete sich unerwartet schwierig, da ein Vogel sein auf einem der Heckpfosten gebautes Nest und seine Brut auf Leben und Tod verteidigte, mit seinem roten Schnabel hartnäckig nach Susis Hand pickte und es also unmöglich war die Leine über den Pfosten zu legen. Also Manöver abbrechen, neuen Anlauf nehmen und eine Box weiter rechts angelegt. Die Vogelmama schien zufrieden, denn sie kümmerte sich wieder ganz um ihre Küken und pfiff gleich noch ihren Gatten herbei.&lt;br/&gt;Schon am Abend zeigte sich, dass Kastelholm ein wahrer Glücksgriff war. Ein so hübsch gelegener Hafen, in unmittelbarer Nähe einer hunderte Jahre alten kleinen Burg, neben an auch noch ein schönes Freiluftmuseum, das ein Dorf auf den Ålands im 19. Jahrhundert darstellte.&lt;br/&gt;Wir beschlossen, hier noch einen Tag zu bleiben, packten am nächsten Tag unsere Räder aus und fuhren zunächst nach Bomarsund. Dort stand einmal das größte Bauwerk, das jemals auf den Ålands gebaut wurde: Eine riesige russische Befestigungsanlage. Dort lebten seiner Zeit 2500 Soldaten und es gab mehr als 150 Kanonen. Die Anlage wurde dann allerdings nach langem Gefecht 1854 von einer englisch-französischen Streitmacht eingenommen und schliesslich gesprengt. Somit ist nicht mehr all zu viel davon übrig. Die Briten waren gründlich.&lt;br/&gt;Auf der weiteren Tour ging es durch saftig grüne Landschaften, Berg auf, Berg ab. Herrlich anzusehen, aber anstrengend zu radeln. Wir hätten nie gedacht, dass die Ålands so schön sind! &lt;br/&gt;Unsere letzte Station auf den Ålands war dann am kommenden Tag Lappo auf den Brandö-Schären. Wie immer hier in Finnland, gab es natürlich auch hier wieder eine gemütliche Sauna. Sauna scheint hier in Finnland sowieso zum Leben zu gehören wie in Italien die Pasta zum Essen. Nur mit den obligatorischen Bieren in, nach und zwischen der Sauna (Frauen kriegen einen 0,2% Cider...) konnten wir uns noch nicht so recht anfreunden. Aber vielleicht müssen wir es doch mal ausprobieren. Generationen von Finnen können sich ja schließlich nicht irren....&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Aland.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>In die finnischen Schären</title>
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      <pubDate>Sun, 21 Jun 2009 19:03:50 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/6/21_In_die_finnischen_Sch%C3%A4ren_files/200917Jun_1879.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object001_8.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die ersten beiden Stunden der Überfahrt von Tallin nach Helsinki waren ja noch ganz nett, weil wir uns noch in der Tallin-Bucht befanden, die uns netterweise den Seegang vom Halse (oder Boote) hielt. Nachdem wir diese aber verlassen hatten, zeigte sich, dass der Wind doch mal wieder fast von vorne kam und die Wellen immer höher wurden. Das bedeutete für uns eine ungünstige Kombination aus Am-Wind-Kurs und 3 Meter Wellen, die uns ordentlich Krängung mit ungemütlichem Geschaukel bescherte. Paul hat sich tapfer geschlagen und kämpfte um jedes Grad Höhe um das Ziel zu erreichen, Susis Magen jedoch hat das gar nicht gefallen. Schließlich verbrachte sie die restlichen 3-4 Stunden in einem durch die Seekrankheit verursachten Dämmerschlaf unter Deck. Erst als die ersten Inseln der finnischen Schären für etwas Schutz vor den Wellen sorgten, besserte sich die Situation. Einen Vorteil hatte die Plackerei allerdings: Wir waren trotz 2. Reff und gereffter Fock immer mit 6,5 bis 7 Knoten unterwegs und schafften die Strecke somit in etwas mehr als sieben Stunden. So erreichten wir also bei kühlen Temperaturen und bewölktem Himmel Helsinki und waren trotzdem von Anfang an begeistert von der tollen Lage dieser Stadt, zwischen all den kleinen Schären. Der Innenstadthafen Kattajanokka war, nach den Erfahrungen im Baltikum, richtig luxuriös, mit Sauna rund um die Uhr und nettem Café. Bereits am nächsten Tag zeigte sich das Wetter wieder freundlicher, so dass sich in der Stadt schnell alle Parks und Cafés füllten. Es war ein reines Vergnügen, einfach so durch die Stadt zu schlendern, mit ihren unzähligen tollen Häfen, Inseln, Parks, Geschäften und Cafés. Man sagt ja, es gibt in Finnland genauso viele Boote wie Einwohner.....und die werden natürlich fleißig benutzt, wenn im Sommer endlich die Sonne bis abends um 23 Uhr scheint. Am Wochenende sind wir mit dem Bus in die ca. 60 km entfernte historische Kleinstadt Porvoo gefahren (die zweitälteste Stadt Finnlands), um uns u.a. die alten, hölzernen Häuschen am Fluss anzuschauen. Anderntags stand ein Besuch auf der Festungsinsel Suomenlinna auf dem Programm. Diese befindet sich ca. 20 min. mit dem Boot entfernt vor Helsinki und war früher eine Abwehrstation sowohl gegen Russland, als auch später von Russen genutzt gegen Schweden. Heute leben dort immerhin noch 800 Leute zwischen Fliederbüschen, Kanonen und Festungsmauern. Schließlich hat auch unser Motor noch ein wenig Pflege abbekommen. Am Tag vor unserer Weiterfahrt haben wir dann ein nettes schweizer Ehepaar kennengelernt, mit denen wir einen sehr schönen Abend auf deren großzügigem Motorboot &lt;a href=&quot;http://www.ms-shangri-la.com/&quot;&gt;„Shangri La“&lt;/a&gt; verbrachten. Sie machen eine ähnliche Rundtour wie wir, nur genau in entgegengesetzter Richtung, so dass wir von ihnen nun noch die uns fehlenden Seekarten des nordwestlichen Teils des bottnischen Meerbusens erstehen konnten. Erstaunlicherweise haben sie uns berichtet, dass es auch auf einem 22 Tonnen schwerem Verdrängungs-Motorboot ziemlich schaukeln kann, so dass sie sich sogar oft anschnallen müssen und bei entsprechenden Wind- und Seeverhältnissen genauso wie Segler gegenan kreuzen müssen, um ans Ziel zu kommen. Aber wir haben alle festgestellt, dass wir schon großes Glück haben, so eine Reise machen zu können. Es ist wirklich ein Segen, Tag für Tag tun und lassen zu können, was man will. Unser Puls schlägt deutlich ruhiger als zu Hause.... Am 17.6. ging es dann, bei endlich passendem Wetter, weiter in die finnischen Schären. Unser erstes Ziel war der idyllische Hafen Dragesvikken. Schon die Fahrt dorthin hat uns begeistert. Wir können uns gar nicht satt sehen an den vielen kleinen Inseln und Buchten, die es hier an der finnischen Küste gibt. Finnland hat, laut Hafenhandbuch, 160000 Inseln! In Dragesvikken haben wir das erste mal die Umgebung nicht nur zu Fuß, sondern auch im Dinghi erkundet, um uns die unzähligen Buchten auch vom Wasser aus genauer anzuschauen. Da es ja mind. bis 23.30 Uhr noch fast taghell ist, hat man jede Menge Zeit für die Erkundungen. Es gibt hier so viele schöne Plätzchen, man könnte ewig bleiben. Doch am nächsten Tag geht es weiter, um endlich in einer der schönen Buchten zu Ankern. Auf dem Weg nach Hanko ist es nicht schwierig, was passendes zu finden und so werfen wir unseren Anker das erste mal in einer wunderschönen Bucht mit dem Namen Flakholmen, umgeben von einigen kleinen Inseln. Es klappt auch alles ganz gut und wir liegen sicher im Lee (windgeschützte Seite) einer der Inseln. Die Felswand vor unserem Bug ist doch ziemlich steil, so dass wir den Versuch, dort vom Boot aus draufzuhüpfen und das Boot in finnisch-klassischer Weise an einem Baum festzumachen, doch besser unterlassen. Lieber fahren wir mit dem Dinghi zur Insel und erkunden sie auf die sichere Art. Den Abend genießen wir in der stillen Bucht mit einem Glas Wein im Cockpit. Herrlich!  In dieser Nacht haben wir beide aber doch etwas unruhiger geschlafen als sonst, da man ja nie wissen kann, ob der Anker wirklich hält. Er hat gehalten und wurde am nächsten Tag wieder, zusammen mit einigem Matsch und Steinen, eingeholt. Weiter ging es immer entlang der großen oder kleineren, gut markierten Fahrwasser, zur südlichsten Stadt Finnlands, nach Hanko. Die vielen Markierungen (Tonnen, Spieren und Baken) und engen Durchfahrten zwischen den Schären machen das Segeln dort ziemlich anspruchsvoll. Man muss auf der Karte immer genau wissen wo man ist, um keine Untiefe oder Abzweigung zu übersehen. Dafür wird man mit abwechslungsreicher Natur belohnt. In Hanko wollten wir mal erleben, wie die Finnen das Mittsommerfest feiern. Aber schon von dem Ort waren wir etwas enttäuscht, weil er ziemlich schmucklos war und wenig Flair hatte. Auch das Mittsommerfest hatten wir uns irgendwie spannender vorgestellt. Im Endeffekt hatten sich einige Gruppen betrunkener finnischer Jugendlicher am Strand versammelt, um einem kleinen abrennenden Scheiterhaufen (wohl eine Art Johannisfeuer) zuzusehen. Na ja. Dort hat es uns nicht länger gehalten, so dass wir am nächsten Tag wieder ins Schärengebiet in Richtung Aaland-Inseln aufgebrochen sind, oder besser aufbrechen wollten. Denn kaum, dass wir beim Ablegen den Bojenhaken von der Heckboje entfernt hatten, hat Paul gemerkt dass irgendwas um die Antriebswelle gewickelt wird beim Gas geben. Wir wären also um ein Haar manövrierunfähig im Hafenbecken getrieben. Großer Schreck, denn das kann sehr gefährlich werden. Paul hat das Boot erstmal kontrolliert an einen nahen Steeg treiben lassen. Dann zeigte sich, dass sich die Leine unserer Mann-über-Bord-Markierungsboje, die gleichzeitig mit dem Rettungsring über Bord geht, wenn man diesen im Notfall über Bord wirft, in der Schraube verheddert hatte. Glücklicherweise konnten wir sie relativ schnell entfernen und die Gefahr war gebannt. War das eine Erleichterung! Als nächstes Ziel haben wir dann, nach einigen Stunden Fahrt, spontan eine schöne Ankerbucht gewählt. Sie sah sehr geschützt und lauschig aus, so dass wir dort den Anker fallen ließen. In der schönen Abendstimmung haben wir dann mal unseren neuen Grill ausprobiert. Auch ein Stück entfernt am Ufer brannte den ganzen Abend ein Feuer, wo eine Familie ihr schnuckeliges Ferienhaus hatte und das Mittsommer-Wochenende verbrachte. Ja, die Finnen haben im Sommer  schon eine tolle Lebensqualität! Am 21.6. ging es weiter nach Korpoström, einem etwas größeren Hafen, damit wir unsere Lebensmittelvorräte wieder aufstocken können. Außerdem gibt es hier endlich auch mal wieder WLAN, so dass wir uns wieder mal melden können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Sch%C3%A4ren.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Adieu Baltikum</title>
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      <pubDate>Tue, 9 Jun 2009 22:33:30 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/6/9_files/200901Jun_1552.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object001_7.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nach Riga planen wir, durch die Suur-Straße zwischen einigen estnischen Inseln durch, in Richtung der Hauptstadt Estlands, nach Tallin zu kommen. Unser nächstes Ziel ist der kleine Hafen Salagriva an der lettischen Westküste. Das Wetter ist super und wir haben während des Segelns Zeit zu lesen und uns bei 25°C zu sonnen. In Salagriva besteht der Hafen nur aus einem kleinen Steg. Drumherum lagern diverse Gruppen von Jugendlichen, die um die Gunst von zwei Blondinen buhlen, was ganz lustig zu beobachten ist, während wir im Cockpit unser Abendessen genießen. Am nächsten Tag geht es bei spiegelglatter See weiter auf die Insel Kihnu, die sich bereits wieder in Estland befindet. Endlich haben wir den richtigen Wind, um auch mal den Blister auszupacken, ein extra Segel, mit dem wir auch bei wenig Wind aus der richtigen Richtung zügig vorankommen. Für einen Skipper scheint das pures Seglerglück zu sein, denn Paul ist den ganzen Tag happy :-)&lt;br/&gt;Im Meer sehen wir schon seit Riga immer wieder riesengroße Schlieren-Straßen von komischem gelben Zeug. Jetzt können wir es als Blütenstaub und Pollen identifizieren, es schwimmt hier in Massen rum. Frühling im Baltikum! Die Insel Kihnu erkunden wir wieder mit dem Fahrrad und stoßen auf tiefgrüne Landschaft und Dünenstrand. Am nächsten Tag, den 2.6., geht es weiter in Richtung Suur-Straße. Leider gibt es auf dem Weg kaum gute, geschützte Häfen und es ist für die kommenden Tage stürmisches Wetter angekündigt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als einen Hafen anzusteuern, der in unserem „dritten Reiseführer“, dem Segelbericht der Crew der SY Momo aus dem Jahr 2006, als beschissenster Hafen der bisherigen Ostsee-Umrundung beschrieben wurde. Na bravo! Im Hafenhandbuch für Estland ist er aber zumindest als der sicherste Hafen der Suur-Straße beschrieben. Die Ansteuerung bei zunehmenden Böen gestaltet sich ziemlich heikel, da es im Hafen extrem eng wird und überall alte Molenteile rumliegen. Wir verschanzen uns hinter einer der großen Fähren, die dort verkehren und uns wenigsten für einige Stunden am Tag und vor allem nachts in ihrem Windschatten Schutz spenden. Ansonsten müssen wir dort zwei lange Regentage ausharren und auf besseres Wetter warten. Wir sitzen im Zentrum eines Tiefs, das sich laut Wetterbericht „very slowly“ in Richtung Osten weiterbewegt. Aber gemäß dem Motto: „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung“, packen wir uns in unser Regenoutfit und lassen uns den obligatorischen Erkundungsspaziergang nicht nehmen. Hat auch was. Am 5.6. geht es schließlich weiter in einen netten Ort namens Haapsalu. Im Vorfeld hatten wir schon von einem dort schwelenden Kleinkrieg zwischen den zwei benachbarten Hafenbetreibern gelesen, der sogar dazu führte, dass die Häfen 2008 geschlossen wurden. Wir haben beide per e-mail angefragt, ob die Häfen wieder geöffnet sind, und von dem einen eine sehr knappe, unfreundliche mail, vom anderen eine sehr nette mail bekommen. Somit war die Entscheidung klar, zu welchem Hafen wir fahren, obwohl wir mit unserem Tiefgang von 1,8m wahrscheinlich durch den Schlamm dorthin muessen. Es ging dann tatsächlich gerade so (Kommentar des Hafenmeisters: „That‘s Haapsalu!“), aber es hat sich gelohnt, denn wir fanden ein ganz neues Hafengebäude mit super sanitären Anlagen vor. Ab diesem Hafen gibt es fast jedes mal eine Sauna bei den Duschen, die man in Estland jedoch meist extra (teuer) bezahlen muss. Dieses mal hatten wir unbeabsichtigt Glück und konnten die Restwärme der finnischen Segelcrew nutzen, die sich diesen Luxus natürlich gönnten. Estland wird hauptsächlich von Finnen mit dem Segelboot besucht, sie sprechen auch ähnliche Sprachen. Wir waren allerdings erstaunt, dass die meisten Finnen, die wir bisher trafen, entweder kein englisch konnten oder besoffen waren, jedoch meist sehr freundlich. Im Gegensatz zu den Esten. Da haben wir leider kaum gute Erfahrungen gemacht. Am nächsten Tag ging es weiter bis nach Lohusalu, ein kleiner Ort kurz vor Tallin, mit super neuem Hafen und dicken Motorbooten an privaten Stegabschnitten. Der Abend wurde uns mit Live-Musik wegen einer Tanzveranstaltung im Restaurant nebenan versüßt. Somit sind wir auch mal in den Genuss von estnischen Schlagern gekommen. Nach einem ausgedehnten Morgenspaziergang durch den Wald zu einem schönen Strand, sind wir dann am 7.6. weiter nach Tallin gefahren. Leider nur unter Motor, da der Wind mal wieder von vorne kam.  Die wegen der Schnellfähren gefürchtete Ansteuerung konnten wir zum Glück ohne größere Probleme meistern. Im etwas außerhalb gelegenen Stadthafen von Tallin hatten wir uns gerade im letzten freien Eck ein windgeschütztes Plätzchen im Gästehafen ausgesucht, als uns ein junger Mitarbeiter des Hafenmeisters gelangweilt fragte, warum wir in einem privaten Becken festmachen. Anscheinend sind seit einem Jahr die Gästeplätze in die noch weiter abseits gelegenen, unruhigen Hafenbecken verlegt worden, was in der uns zur Verfügung stehenden Literatur noch nicht verzeichnet ist. Toll! Wir hatten einige Mühe, aus dem Eck wieder rauszukommen, damit wir uns dann an einen zugigen Platz mit viel Schwell legen durften. Noch dazu hat der „nette“ Mitarbeiter dann zwar unsere Leine entgegengenommen, aber sie einfach nur ganz locker festgemacht, so dass uns die nächste Windböe erstmal an unser Nachbarschiff gedrückt hat. Zum Glück war das ein netter Deutscher der die Situation beobachtete und nicht sauer wegen des Remplers war. Er hat uns gleich viele Tips zum Hafen und der Stadt gegeben. Später gesellte sich noch ein weiteres deutsches Boot zu uns, dessen Skipper in Erlangen geboren wurde und dementsprechend erstaunt war, ein Boot mit Heimathafen Erlangen in Estland anzutreffen. So hatten wir wenigstens nette Nachbarn, wenn schon der Service und die Freundlichkeit im Hafen unter aller Kanone waren: Dusche gab es nur gegen teures Extrageld, weil man die Sauna gleich mitbezahlen musste, ob man sie nun nutzt oder nicht (die ist aber auch nur von 19.30 bis 21.30 geöffnet) und Toiletten gab es nur drei für den kompletten Hafen (der größte in Estland) inkl. Wohnmobil-Parkplatz. Hmmmmmm. Die Stadt Tallin war dann aber ganz hübsch anzuschauen mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer und den vielen Türmchen, auf einem Hügel gelegen. Durch die vielen Kreuzfahrtschiffe, die in Tallin anlegen, kam uns aber alles sehr künstlich und touristisch vor, im Gegensatz zu Riga. Der Eindruck wurde auch noch dadurch gestärkt, dass die gesamte Stadt einen auf Mittelalter macht, inklusive verkleideter Leute etc... Wir haben daher beschlossen, das nächste einigermaßen passende Wetterfenster zu nutzen, um uns vom Baltikum zu verabschieden und Richtung Helsinki zu fahren. Der Wetterbericht hat aber mal wieder nicht Wort gehalten und uns die ungemütlichste Überfahrt bist dato beschert. Aber dazu mehr beim nächsten mal..... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Baltikum.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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      <title>Lettland</title>
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      <pubDate>Sun, 31 May 2009 08:23:01 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Eintr%C3%A4ge/2009/5/31_Lettland_files/200929Mai_1482.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.wirsindmalweg.de/Wir_sind_mal_weg/Logbuch/Media/object002_3.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:255px; height:138px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;Da der Wind während unseres Aufenthaltes in unserem ersten lettischen Hafen für unseren Geschmack etwas zu heftig wehte, beschlossen wir, noch einen Tag länger als geplant in Ventsplis zu bleiben, auch wenn wir erst etwas gebraucht haben, uns an diese Stadt zu gewöhnen. Aber die  schönen Strände und Parks konnten uns schließlich doch noch von den Vorzügen Ventspils überzeugen. Unsere netten schottischen Nachbarn haben immer ganz brav die Schuhe ausgezogen, bevor sie auf ihr Boot gestiegen sind. Dummerweise hat der Skipper seine dann vor lauter Ablegestreß am Steg vergessen, was irgendwie ein witziges Bild abgab. Wir haben sie mal vorsichtshalber mitgenommen, da wir eine ähnliche Route wie die Schotten planten und sie möglicherweise wieder treffen würden. Bei mäßigem Wetter haben wir dann den Absprung in den nächsten Hafen gewagt, was uns zwar eine ungemütliche Überfahrt, aber einen hübschen nächsten Anlaufpunkt, die Insel Saarema (Estland), bescherte. Im Hafen Montu war zwar die Kaimauer fast zu hoch für uns, aber wir haben es dennoch geschafft, an Land zu kommen und uns die hübsche Umgebung anzuschauen. Am nächsten Tag ging´s bei schönem Wetter weiter auf die kleine estnische Insel Ruhnu. Mit dem Fahrrad war man dort schnell von einem Ende zum nächsten gefahren, aber es gab richtig schönen Wald, Sandstrände und Natur pur. Auch die neue Marina war sehr komfortabel mit eleganter Sauna. Am 27.05. schafften wir dann den Absprung nach Riga. Es ist relativ schwierig, diese Stadt im letzten Winkel des Rigaischen Meerbusens mit dem Segelboot zu erreichen, bzw. da hinten wieder rauszukommen, daher mussten wir viel motoren. Aber es hat sich gelohnt! Wir waren beide begeistert von der Stadt. Nach so viel Ruhe und Natur war es spannend, sich mal wieder unters Volk zu mischen. Paul mußte „leiden“ und wurde (als kategorischer Nicht-Kaffeetrinker) täglich in ein neues Café geschleppt, was er mit der Aussicht auf eine kühle Cola aber gerne über sich ergehen ließ. Wir machten eine interessante Stadtführung mit einem netten älteren Letten, der zwar nicht perfekt deutsch sprach, aber dafür viel in seiner Stadt erlebt hatte. Außerdem besuchten wir die ehemaligen Luftschiffhallen, in denen sich jetzt der große Markt befindet, sowie das Okkupationsmuseum, indem wir viel über Lettlands jüngste Geschichte erfahren haben. Endlich hatten auch wir sommerliche Temperaturen und konnten unsere T-Shirts auspacken, den Heizofen nachts im Schrank lassen und die Abende draußen im Cockpit oder in einem Straßencafé ausklingen lassen. Sogar ein Besuch im Strandbad Jurmala, 20 km von Riga entfernt, war bei diesen sommerlichen Temperaturen möglich und hat uns beiden richtig gut gefallen. Die Letten erwiesen sich als sehr buntes, fröhliches Volk, allerdings waren sie uns Ausländern gegenüber sehr verschlossen und eher kühl, was wir am ehesten auf die Sprachbarriere zurückführten. Englisch kann dort kaum jemand, nicht einmal in den Häfen. Nach 5 Tagen war der Wind dann endlich aus einer halbwegs passenden Richtung gemeldet, so dass wir doch die Gelegenheit ergreifen mussten, um weiter Richtung Norden zu kommen.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;../Fotos_Lettland.html&quot;&gt;zu den Fotos&lt;/a&gt;                &lt;a href=&quot;../Position_Google.html&quot;&gt;unsere Position&lt;/a&gt;</description>
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